Glossar

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A

Abnahmestelle
Ort, an dem der örtliche Verteilnetzbetreiber Strom an den Abnehmner liefert.

Abwicklung
Umfasst die finanzielle und physische Erfüllung eines Geschäfts.

Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist der Teil des Strompreises, der für den Verbrauch einer Kilowattstunde zu bezahlen ist. Er wird in Cent pro kWh angegeben. Im Arbeitspreis sind die Kosten für Stromerzeugung, Messstellenbetrieb und Messung, anfallende Netzentgelte und sonstige anzurechnenden Steuern, Umlagen oder Abgaben enthalten.
Im Rahmen der Vermarktung von Regelenergie bezeichnet der Arbeitspreis die Vergütung, die ein Anlagenbetreiber erhält, wenn ein Abruf der Regelleistung durch den Übertragungsnetzbetreiber erfolgt. Für die reine Vorhaltung von Flexibilität erhält der Anlagenbetreiber dagegen einen Leistungspreis.

Ausgleichsenergie
Ausgleichsenergie bezeichnet die Differenz zwischen prognostizierter Einspeisung und Ausspeisung innerhalb eines Bilanzkreises. Am Ende jeder Bilanzierungsperiode wird die angefallene Ausgleichsenergie eines Bilanzrkreises vom Bilanzkreisnetzbetreiber an den Bilanzkreisverantwortlichen verrechnet.
Die Höhe der Ausgleichsenergiekosten werden auf Viertelstunden-Basis berechnet – seit 2010 gibt es hierfür deutschlandweit einen einheitlichen Ausgleichsenergiepreis (reBAP). Die Preise werden dabei aus den Zahlungen bzw. Einnahmen des ÜNB für die eingesetzte Energie ermittelt.

B

BDEW
Der BDEW ist der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., der aus den Verbänden BGW, VDEW, VRE und VDN besteht. Der Dachverband repräsentiert rund 1.800 Unternehmen aus der Energiebranche.

BHKW
Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage, die dezentral mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Sie besteht zumeist aus Motor, Generator und Wärmetauscher. Der Motor wird mit einem Brennstoff betrieben. Die daraus erzeugte Energie wandelt der Generator in elektrischen Strom um und die anfallende Abwärme wird durch den Wärmetauscher als Heizenergie brauchbar gemacht.

Bilanzkreis
In einem Bilanzkreis ist eine beliebige Anzahl von Einspeise- und Entnahmestellen innerhalb einer Regelzone zusammengefasst, um den Handel mit Energie zu ermöglichen. Er ist eine Art "Energiekonto", mit dem die Mengenabweichungen zwischen Energiebeschaffung und tatsächlichem Verbrauch ermittelt werden.

Bioenergie

Energie, die aus organischem Material gewonnen wird, beispielsweise aus Holz, Pflanzenresten, Abfällen oder tierischen Exkrementen.

BMWI
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

BNetzA
Abkürzung für Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de)

Bündelkunden
Bündelkunden sind Einzelunternehmen oder Gesellschaften, die ihre Strombeschaffung z.B. mehrerer ihrer Filialen zusammenführen, um Kosten und Managementaufwand zu reduzieren.

Broker
Angelsächsische Bezeichnung für einen Akteur an der Börse, der geschäftsmäßig Wertpapiergeschäfte nicht auf eigene Rechnung, sondern für fremde Rechnung durchführt. Im Gegensatz zu deutschen Börsenmaklern darf dieser auch Privatkunden betreuen.

C

Clearing
Mit Clearing wird die gegenseitige Auf- und Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Geschäftspartnern bezeichnet.

CO2
Kohlenstoffdioxid ist ein Abgas, das vor allem bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entsteht. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt jährlich um 0,5 % an.

Commodity
Englische Bezeichung für eine Handelsware wie Gas und Strom. Charakteristisch für Commodities ist, dass es sich um materielle Wirtschaftsgüter handelt (etwa industrielle Produkte oder landwirtschaftliche Erzeugnisse), die in der Regel so weiterverkauft werden, wie sie eingekauft wurden, also ohne wesentliche Be- oder Verarbeitung. Dadurch unterscheiden sie sich in ihrer Qualität kaum.

Contracting

Bezeichnet ein Modell, bei dem neben dem Nutzer auch ein Investor (Contractor) an einem Projekt beteiligt ist. Der Contractor übernimmt Planung, Bau und Vertrieb von Anlagen und bekommt vom Nutzer ein Nutzungsentgelt für seine ersparten Investitionen.

D

Day-Ahead-Markt
Teilmarkt des Spotmarktes, der sich in den Day-Ahead-Markt und den Intraday-Markt unterteilt und an dem Geschäft innerhalb kurzer Fristen abgeschlossen und erfüllt werden.
Am Day-Ahead-Markt der EPEX Spot werden die Stromlieferungen für den kommenden Tag verauktioniert. Die Gebote der Anbieter und Nachfrager müssen täglich bis 12 Uhr abgegeben werden, dann findet die Day-Ahead-Auktion für jede Stunde des Folgetages statt. Durch Angebot und Nachfrage wird dabei ein Preis ermittelt, der für alle Handelsgeschäfte der jeweiligen Stunde gilt.

Dezentrale Energieversorgung
Die verbrauchernahe Erzeugung von Strom mit vielen kleinen Anlagen wird als dezentrale Energieversorgung bezeichnet. Häufig erzeugen diese Anlagen Strom aus regenerativen Quellen, wei Windräder, Photovoltaik- oder Biomasseanlagen. Zur optimalen Nutzung können dezentrale Anlagen miteinander zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt werden.

Direktvermarktung
Meint den Verkauf von Strom aus Erneuerbare-Energie-Anlagen an Großabnehmer oder an der Strombörse. Für die Direktvrmarktung stehen Anlagenbetreibern zwei Wege offen: Das Marktprämienmodell und die sonstige Direktvermarktung. Das Grünstromprivileg, das lange als dritter Weg offen stand, wurde mit der EEG-Novelle 2014 abgeschafft.

E

ECC
European Commodity Clearing AG. Zentraler Kontrahent für alle an der EEX abgeschlossenen Geschäfte (www.ecc.de).

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Gesetz zur Förderung der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Ziel des EEG ist der schrittweise Ausbau der Erneuerbaren Energien bis zu einem Anteil von 80 Prozent an der deutschen Stromversorgung bis zum Jahr 2050. Kernelement des EEG sind die garantierte Einspeisevergütung, die Anschlussgarantie sowie die bevorzugte Abnahme des Stroms durch den Netzbetreiber. Das Gesetz wurde 2000 beschlossen und zuletzt 2012 novelliert. Eine weitere Überarbeitung ist für 2016 geplant.

EEG-Umlage
Stromverbraucher zahlen auf jede Kilowattstunde Strom, die sie verbrauchen, eine Abgabe in Form der EEG-Umlage. Die Höhe der Umlage wird jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern berechnet und von der Bundesnetzagentur überprüft (Die Höhe der EEG-Umlage ist auf www.netztransparenz.de einsehbar). Mit der EEG-Umlage werden die Kosten, die den Netzbetreibern durch die garantierte EEG-Vergütung entstehen, auf die Endverbraucher verteilt.
Stromversorger wie CLENS nehmen in diesem System die Rolle eines Vermittlers ein. Sie erheben die Umlage über die Stromrechnung und leiten sie an die Übertragungsnetzbetreiber weiter. Diese zahlen wiederum die Umlage als gesetzlich garantierte EEGä-Vergütung an die Betreiber der EEG-Anlagen aus.

EEX
Abkürzung für "European Energy Exchange". Die EEX ist eine elektronische Börse für den europäischen Stromhandel. Als eine der größten Energiebörsen in Kontinentaleuropa hat sie rund 200 Handelsteilnehmer aus 19 Ländern. Ihren Sitz hat die EEX in Leipzig.

Einspeisemanagement

Als Einspeisemanagement wird die externe Reduzierung der Einspeiseleistung von EEG- oder KWK-Anlagen bezeichnet. Droht beispielsweise bei Starkwind eine Überlastung des Netzes in einer Netzregion und steht keine andere Maßnahme zur Verfügung, um diese Überlastung abzuwenden, hat der zuständige Verteilnetzbetreiber die Möglichkeit, Erzeugungsanlagen kurzfristig und ferngesteuert in ihrer Leistung zu begrenzen.

Emissionsrechtehandel
Der Emissionsrechtehandel – oder auch CO2-Zertifikatehandel – ist ein umweltpolitisches Instrument mit dem Ziel, Schadstoffemissionen mit möglichst geringen volkswirtschaftlichen Kosten zu verringern. Die Idee: Unternehmen, die Treibhausgasemissionen stärker als erforderlich senken, können diese "überschüssigen" Reduktionen mit Akteuren handeln, die unter anderem aus wirtschaftlichen Gründen bevorzugen, Emissionszertifikate zu erwerben, anstatt die eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Mit diesem Gesetz wird EU-Gemeinschaftsrecht in nationales Recht umgesetzt. Ziel des EnWG ist die Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas – und dies möglichst sauber, effizient und preisbewusst.

EPEX Spot
Europäische Spotbörse mit Sitz in Paris. Die an EPEX Spot handelbaren Produkte sind Standardkontrakte für die physische Lieferung von Strom innerhalb der österreichischen, französischen, deutschen bzw. schweizerischen Übertragungsnetze. Der Spotmarkt unterteilt sich in den Day-Ahead-Markt und den Intraday-Markt.

Erneuerbare Energie
Erneuerbare Energien bezeichnen entweder Energiequellen, die nach menschlichem Ermessen praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen (wie Sonne, Wind, Wasserkraft & Erdwärme) oder Energieträger, die sich relativ schnell erneuern (wie nachwachsende Rohstoffe für Biomasse).

EVU
Kurzform für Energieversorgungsunternehmen.

EXAA
Bei der EXAA handelt es sich um die österreichische Strombörse mit Sitz in Wien. Die Abkürzung steht für "Energy Exchange Austria".

F

Fahrplan
Mit einem Fahrplan geben Marktteilnehmer den geplanten, voraussichtlichen Lastgang der Stromeinspeisung bzw. -abnahme an.

Flexibilitätsprämie
Die Flexibilitätsprämie ist eine staatliche Förderung die Betreiber von Biogasanlagen über eine Dauer von 10 Jahren erhalten können. Sie ist an Anlagenbetreiber gerichtet, die die vorhandene Erzeugungsflexibilität ihrer Anlagen für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung zur Verfügung stellen und ausbauen wollen.

Fortlaufender Handel
Siehe Kontinuierlicher Handel

Forward
Ein Forward ist ein nicht börslich gehandeltes Termingeschäft zwischen Käufer und Verkäufer, in welchem der Käufer sich verpflichtet, eine Lieferung in definierter Größe zu einem festgelegten Preis und zu einem bestimmten Datum in der Zukunft durchzuführen. Die Zahlung erfolgt in Gänze zum Zeitpunkt der Lieferung oder nach der Lieferung. Dies unterscheidet sich von einem Futures Contract, bei dem eine tägliche Abrechnung erfolgt.

Futures (Contract)
Standardisiertes, unbedingtes Termingeschäft. Ein Future ist die vertragliche Verpflichtung, eine festgelegte Menge eines Basiswertes (z.B. Strom, Gas, Öl) zu einem festgelegten Preis in einem festgelegten zukünftigen Zeitraum (Lieferperiode) zu kaufen (Futureskäufer) oder zu verkaufen (Futuresverkäufer). Futureskontrakte werden sowohl an regulierten Börsen als auch an OTC-Märkten gehandelt und täglich zum aktuellen Marktpreis abgerechnet.

G

Geothermie
Unter Geothermie oder auch Erdwärme versteht man die in der Erdkruste enstandene und gespeicherte Wärmeenergie, die mittels Bohrung als erneuerbare Energiequelle genutzt wird.

Glattstellung einer Position
Die Schließung bzw. Glattstellung einer Position erfolgt durch den Abschluss eines entgegengesetzten Geschäftes; eine Long-Position wird durch eine entsprechende Short-Position glattgestellt und umgekehrt. Nach Glattstellung verbleiben keine offenen Forderungen oder Verbindlichkeiten aus der Position und dem Gegengeschäft.

GPKE
GPKE steht für Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität. Die Bundesnetzagentur verfolgt mit ihrem Festlegungsverfahren BK6-06-009 GPKE das Ziel, den Wettbewerb im liberalisierten Strommarkt zu stärken, indem Geschäftsprozesse und Datenformate im Rahmen der Stromkundenversorgung vereinheitlicht werden.

Grundlast
Grundlast (auch Base Load) kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über 24 Stunden eines jeden Tages der Lieferperiode. Die dafür eingesetzten Kraftwerke, die sogenannten Grundlastkraftwerke, sind durchgehend in Betrieb. Zu diesen Dauerläufern gehören vor allem unflexible Braunkohle- und Kernkraftwerke. Mit dem Zubau von fluktuierenden Erzeugungsanlagen im Bereich Wind und PV verliert die Grundlast zunehmend an Bedeutung.

Grünstrom
Grünstrom bezeichnet elektrische Energie, die aus Erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird.

H

Herkunftsnachweis
Herkunftsnachweise bescheinigen, dass eine bestimmte Menge Strom aus erneuerbaren Energien von einer bestimmten Anlage produziert und eingespeist wurde (Stromqualität). Sofern der erneuerbare Strom nicht im Rahmen des Marktprämienmodells über das EEG vergütet wird, erhalten Erzeuger für jede Megawattstunde (MWh) genau einen Herkunftsnachweis, den sie vermarkten können. Dabei darf jeder Nachweis nur einmal für die Stromkennzeichnung verwendet werden und wird dann entwertet. Herkunftsnachweise werden beim Umweltbundesamt (UBA) übe rdas sogenannte Herkunftsnachweisregister für Ökostrom (HKNR) verwaltet.

I

Intraday-Handel
Teilmarkt des Spotmarktes, der sich in den Day-Ahead-Markt und den Intraday-Markt unterteilt und an dem Geschäfte innerhalb kurzer Fristen abgeschlossen und erfüllt werden.Handel und Lieferung von Strom innerhalb eines Handelstages. Der Intraday-Handel findet an der European Power Exchange (EPEX SPOT) mit Sitz in Paris statt.
Der Intraday-Handel EPEX wird um 16 Uhr mit einer Auktion für jede Viertelstunde des Folgetages eröffnet. Anschließend kann im kontinuierlichen Handel stündlich bis 30 Minuten vor Lieferung strom gekauft und verkauft werden. Das heißt: Wie an einer Art digitalem schwarzen Brett werden für jede Stunde und Viertelstunde Kauf- und Verkaufsorders platziert. In dem Moment, in dem eine Kauf- und Verkaufsorder übereinstimmen, kommt es zum Handelsgeschäft. Dieser Markt ist wichtig, um unvorhersehbare, kurzfristige Änderungen in der Stromproduktion bzw. -nachfrage aufzufangen, und dadurch mögliche Kosten durch Ausgleichsgenergie zu vermeiden.

K

Kilowattstunde (kWh)
Die Kilowattstunde ist eine Maßeinheit für elektrische Arbeit, d.h. für den Energieverbrauch. Eine Kilowattstunde sind 1.000 Wattstunden – das entspricht der Energiemenge, die ein Gerät mit einer Leistung von 1.000 Watt in einer Stunde verbraucht. Elektrische Arbeit bzw. der Energieverbrauch ist also das Produkt aus Leistung und Zeit.

Kontinuierlicher Handel
Eine Handelsform zur Preisfeststellung und zur Zusammenführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen zu Geschäften. Beim kontinuierlichen Handel werden alle Aufträge im Auftragsbuch ständig auf Ausführbarkeit geprüft. Sobald sich zwei Aufträge ausführbar gegenüber stehen, werden sie sofort zu einem Geschäft zusammengeführt.

Kontrakt
Bezeichnet einen standardisierten Vertrag, der an Warenterminbörsen bzw. Futures-Börsen gehandelt wird. Ein Kontrakt ist die kleinste handelbare Einheit eines an diesen Börsen gehandelten Wertes.

Konventioneller Strom
Konventioneller Strom bezeichnet elektrische Energie, die aus fossilen Brennstoffen oder Kernkraft gewonnen wird.

Konzessionsabgabe
Konzessionsabgaben sind Entgelte, die Energieversorger an Städte und Gemeinden für das Recht zahlen, öffentliche Wege für die Verlegung und den Betrieb von Strom-, Gas- oder Wasserleitungen zu nutzen. Die Konzessionsabgaben für Strom werden vom Verteilnetzbetreiber zusammen mit den Netznutzungsentgelten erhoben und an die betreffende Gemeinde abgeführt.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

KWK bezeichnet die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einer Heizkraftanlage. Eingesetzte Brennstoffe können auf diese Weise besser genutzt und die CO2-Emissionen im Vergleich zu konventioneller Stromerzeugung deutlich verringert werden.

KWK-Anlagen
Die Kraft-Wärme-Kopplung ist ein umweltbewusster und effizienter Weg, Stromerzeugung und Wärmenutzung zu kombinieren. In vielen Kraftwerken verpufft die Wärme, die im Rahmen der Stromerzeugung entsteht, ungenutzt. Bei KWK-Anlagen wird sie aufgefangen und als Nutzwärme z.B. an Wohnhäuser weitergeleitet. Da diese Art der Strom- und Wärmeerzeugung besonders umweltschonend ist, will die Bundesregierung den Stromanteil von KWK-Anlagen von 12 % (2008) auf 25 % im Jahr 2020 steigern.

KWK-Umlage
Die KWK-Umlage dient der Förderung von Anlagen (wie z.B. BHKW), die mittels Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen und somit ökologisch sinnvoller arbeiten als konventionelle Kraftwerke.

L

Lastgang/Lastprofil
Für jede Viertelstunde der Abrechnungsperiode wird ein Leistungswert festgelegt. Aus diesen Werten wird eine Zeitreihe, das Lastprofil, erstellt, das wiederum als Basis für Fahrpläne dient.

Lastmanagement
Als Lastmanagement wird die gezielte Steuerung der Stromnachfrage, entsprechend der Höhe des aktuellen Strommarktpreises oder des Bedarfs an Regelenergie bezeichnet. Mit DSM (Demand-Side-Management) können Versorgungsengpässe vermieden sowie Erzeugungs- und Nachfrageschwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden. Gleichzeitig eröffnet es für Unternehmen eine zusätzliche Erlösquelle und die Möglichkeit Energiekosten einzusparen.

Leistung
Leistung beschreibt den Wert der Arbeit geteilt durch die Zeit. Elektrische Leistung im physikalischen Sinne ist demnach ein Momentanwert und muss immer mit einem Zeitwert (Datum und Uhrzeit) angegeben werden.

Leistungspreis
Der Leistungspreis ist eine fixe Preiskomponente, die nur bei größeren Verbrauchern für die Bereitstellung einer bestimmten Leistung (Spitzenlast) in Rechnung gestellt wird. Bei Privat- und Kleingewerbekunden wird kein Leistungspreis berechnet.

Lieferung
Lieferung umfasst die physische Erfüllung eines Geschäfts.

M

MaBis
Mit der Festlegung „Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS)“ der Bundesnetzagentur wurden erstmals verbindliche Vorgaben für Abwicklung der Bilanzkreisabrechnung Strom getroffen. Durch die Regulierung sind die Vorgaben zum Bilanzkreismanagement verbindlich durch die Marktteilnehmer innerhalb fester Fristen umzusetzen.

Market Coupling
Market Coupling bezeichnet die Verknüpfung mehrerer Regelzonen, mit dem Ziel, Netzengpässe bzw. Überkapazitäten von Strom zwischen benachbarten Spotmärkten efiizient zu bewirtschaften. Dies geschieht durch implizite Auktionen von Netzkapazitäten. Hierzu müssen die Spotauktionen der beteiligten Börsen koordiniert erfolgen. Market Coupling bewirkt eine weitere Angleichung der Preise und die optimierte Nutzung der verfügbaren Grenzkapazitäten.

Marktprämienmodell
Das Marktprämienmodell wurde mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im April 2012 eingeführt. Betreiber von EEG-Anlagen erhalten die Marktprämie, die aus der EEG-Umlage finanziert wird, über eine Dauer von 20 Jahren. Die Höhe der Marktprämie entspricht dabei der Differenz zwischen der EEG-Einspeisevergütung und dem monatlich veröffentlichten technologiespezifischen Referenzmarktwert.

Markträumender Preis
Der markträumende Gleichgewichtspreis entspricht dem Schnittpunkt der aggregierten Angbeots- und Nachfragekurve und definiert den Preis, zu dem alle Anbieter ihre Produkte absetzen können.

N

Netzbetreiber
Seit der Liberalisierung werden Netzbetreiber und Stromversorger unterschieden: Netzbetreiber sind Versorgungsunternehmen, die Energie im Elektrizitäts- oder Gasversorgungsnetz verteilen. Der Netzbetreiber ist gesetzlich für den ordnungsgemäßen Betrieb des Netzes verantwortlich, der Versorger hingegen für die Belieferung der Endkunden.

Netzentgelt
Das Netzentgelt ist eine Gebühr, die von den Netzbetreibern für die Nutzung der Strom- oder Gasnetze erhoben wird. Für Privat- und Gewerbekunden sind Netzentgelte bereits im Arbeitspreis ihres Stromanbieters enthalten.

Netzfrequenz
Die Netzfrequenz bezeichnet die Schwingungen der Spannungen in einem Wechselstromnetz. In Europa wird für das öffentliche Netz eine Netzfrequenz von 50 Hertz verwendet. Um diese konstant zu halten, muss das Verhältnis von Stromeinspeisung und Verbrauch stets im Gleichgewicht gehalten und gegebenenfalls mit Hilfe von Regelenergie kompensiert werden.

Netzzugang
Durch den Netzzugang wird sichergestellt, dass jeder Verbraucher Zugang zum Energienetz hat. Der Netzzugang ist im Bereich Strom udn Energie von der Bundesnetzagentur geregelt.

O

Offshore-Umlage
Die Offshore-Umlage wird zur Sicherung des Ausbaus von Offshore-Windanlagen erhoben. Sie ist seit 2013 Bestandteil des Strompreises und soll Entschädigungszahlungen von Netzbetreibern am Offshore-Anlagenbetreiber abdecken, die durch den verspäteten Anschluss der Anlagen an das Stromnetz oder durch lange Netzunterbrechung entstehen können.

Öko-Strom
Siehe Grünstrom

Open Interest
Als Open Interest bezeichnet man die Summe aller zu einem gegebenen Zeitpunkt offenen, also noch nicht erfüllten Terminkontrakte. Das Open Interest ist die Gesamtzahl der abgeschlossenen Termingeschäfte in einem Produkt, die nicht durch ein Gegengeschäft glattgestellt bzw. nicht durch physische Lieferung der zugrunde liegenden Ware oder durch Barausgleich erfüllt wurden.

OTC-Markt
Abkürzung für Over The Counter-Markt. Mit OTC-Geschäften bezeichnet man den außerbörslichen, nicht standardisierten Handel, bei dem die Vertragspartner individuell bilaterale Geschäfte aushandeln. Hierbei besteht  grundsätzlich ein Bonitätsrisiko, da keine Sicherheitsleistungen gezahlt werden. Vereinbarte Mengen müssen keiner Börse gemeldet werden.

P

Phelix
Phelix steht für Physical Electricity Index und ist der von der Börse EEX täglich veröffentlichte Preisindex für Grundlast (Phelix Base) und Spitzenlast (Phelix Peak) am Strom Spotmarkt für das Marktgebiet Deutschland/Österreich.

Power-to-Gas
Bezeichnet das chemische Verfahren, bei dem regenerative Energie, z.B. aus Wind- oder Wasserkraftanlagen in Gas umgewandelt und damit speicherbar gemacht wird. Bei viel Wind oder Sonne erzeugen PV-Anlagen oder Windräder oft mehr Strom als vom Stromnetz aufgenommen werden kann. Mit Power-to-Gas wird dieser Strom nutzbar gemacht, bevor Anlagen abgeschaltet werden müssen.

Power-to-Heat
Bezeichnet ein Versorgungssystem, das Strom in Wärme umwandelt. Auch aus fossilen Brennstoffen, wie z.B. Erdgas, kann Wärme gewonnen werden. Bei Power-to-Heat besteht, wie bei Power-to-Gas, die Möglichkeit, Strom nutzbar zu machen, bevor Anlagen abgeschaltet werden müssen.

Power-to-Hydrogen
Mittels flexibler Elektrolyse-Anlagen kann überschüssiger Wind- und Sonnenstrom in speicherbaren Wasserstoff gewandelt werden, der - bei Bedarf - durch einen weiteren Schritt als Methan oder als Reinstoff, z.B. im Mobilitätssektor oder in der Industrie genutzt werden kann. Zudem können Elektrolyse-Anlagen auch am Regelenergiemarkt teilnehmen und so für eine Stabilisierung der Stromnetze sorgen. Überschüssiger Strom kann also für Zeiten mit geringerer Einspeisung gespeichert oder direkt für Wärmeversorgung bzw. als Kraftstoff verwendet werden.

R

Regelleistung
Um kurzfristige Erzeugungs- und Verbrauchsschwankungen auszugleichen und eine stabile Netzfrequenz von 50 Hertz sicherzustellen, fragen die vier Übertragungsnetzbetreiber positive udn negative Regelenergie nach. Zur Sicherstellung der Netzstabilität, ist der Einsatz mehrerer aufeinander abgestimmter Regelleistungsarten erforderlich. Die drei zum Einsatz kommenden Regelleistungsarten werden als Primärregelleistung, Sekundärregelleistung und Minutenreserve bezeichnet. Mehr dazu hier.

Regelzone
Eine Regelzone bezeichnet einen festgelegten Verbund von Hoch- bzw. Höchstspanungsnetzen, in dem der jeweilige Übertragungsnetzbetreiber die  Verantwortung für das Gleichgewicht von Ein- und Ausspeisungen im Stromnetz trägt. Seit 2012 ist Deutschland in vier Regelzonen unterteilt, die von der 50 Hertz Transmission GmbH, der Amprion GmbH, der Tennet GmbH und der Transnet BW GmbH verwaltet werden.

Regenerative Energien
Siehe Erneuerbare Energien

REMIT
REMIT (Regulation on Wholesale Energy Market Integrity and Transparency) ist die EU-Verordnung Nr. 1227/2011 über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarkts. Sie verbietet Insiderhandel und Marktmanipulation und verpflichtet Marktteilnehmer zur Registrierung und zur Veröffentlichung von Insiderinformationen. Ziel ist es, auf den Märkten für Strom und Gas Transparenz zu schaffen und das Vertrauen in einen fairen und wettbewerbskonformen Energiegroßhandel zu stärken.

RLM
Registrierende Lastgangmanagement – kurz RLM – bezeichnet die Verbrauchserfassung und -Auswertung online durch den Netzbetreiber. Sie ermöglicht den untertägigen Entnahmeverlauf an einer Abnahmestelle.

S

Smart Grid
"Smart Grid" oder intelligentes Stromnetz bezeichnet die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Energieerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmittel in Energieübertragungs- und Verteilungsnetzen. So soll die Energieversorgung mit Zunahme der fluktuierenden Einspeisung aus Wind und Sonne auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs sichergestellt werden.

Sonstige Direktvermarktung

Die sonstige Direktvermarktung umfasst alle Formen der Direktvermarktung, für die das EEG kein spezielles Förderinstrument vorsieht. Dieser Weg der Vermarktung wird zumeist dann gewählt, wenn der Förderzeitraum nach EEG für eine Erzeugungsanlage verstrichen ist oder der Herkunftsnachweis des Stroms erhalten bleiben soll.

Spitzenlast
Kennzeichnet das Lastprofil für Stromlieferungen von konstanter Leistung über 12 Stunden von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr an den Tagen Montag bis Freitag einschließlich der auf diese Tage entfallenden Feiertage.

Spotmarkt

Bezeichnet den Teilmarkt des Stromgroßhandels, an dem kurzfristige Geschäfte (außerbörslich oder börslich) abgeschlossen werden. Der Spotmarkt unterteilt sich in den Day-Ahead-Markt und den Intraday-Markt.

Spread
Preisspanne zwischen bestem Kauf- und bestem Verkaufsauftrag.

Standardlastprofil
Bezeichnet die Zeitreihe, die für jede Abrechnungsperiode einen standardisierten Leistungswert definiert.

Strombörse
An der Strombörse werden hochstandardisierte Produkte gehandelt. So kann man hier Strom für eine Viertelstunde, eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder ein Jahr handeln. Die Börse ist ein organisierter, anonymisierter Markt der durch eine Börsenaufsicht überwacht wird. Es gilt grundsätzlich: Der günstigste Anbieter verkauft, der Nachfrager der bereit ist den höchsten Preis zu bezahlen kauft zuerst. Strom für das deutsche Marktgebiet wird dabei überwiegend an dem Terminmarkt der EEX in Leipzig und dem Spotmarkt der EPEX Spot mit Sitz in Paris gehandelt. Jedoch kann Strom auch an anderen Börsen, wie der EXAA in Österreich oder der skandinavischen Nord Pool Spot gehandelt werden.

Stromkennzeichnung
Die Stromkennzeichnung ist eine Verbraucherinformation, zu der jeder Energieversorger verpflichtet ist. Anhand der Stromkennzeichnung kann der Verbraucher erkennen, aus welchen Energieträgern sich der Strom des Anbieters prozentual zusammensetzt (siehe auch Strommix). Außerdem enthält sie einen Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt.

Strommix

Der Strommix zeigt die prozentuale Zusammensetzung des Stroms nach Energieträgern auf. Zu diesen zählen die fossilen Brennstoffe, die Kernenergie und die Erneuerbaren Energien. Der Strommix kann für einzelne Stromanbieter oder Tarife ausgegeben werden, aber auch für ganz Deutschland.

Stromsteuer
Die Stromsteuer ist die Verbrauchersteuer für den elektrischen Strom und durch das Bundesgesetz geregelt. Diese Steuer muss von jedem Verbraucher gezahlt werden, sobald er elektrischen Strom aus dem Versorgungsnetz entnimmt. Seit dem Jahr 2003 beträgt die Stromsteuer unverändert 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Stromzähler
Der Stromzähler ist ein Messgerät zur Erfassung des Stromverbrauchs. Er ermittelt die in einem bestimmten Zeitraum verbrauchte Strommenge in Kilowattstunden.

Swap
Bezeichnet die Vereinbarung, Geldzahlungen oder auf Rechnung gestellte Beiträge periodisch auszutauschen. Die Höhe kann fest, aber auch variabel sein.

T

Terminmarkt
Markt, an dem Futures und Optionen gehandelt werden. Er bildet somit das Gegenstück zum Spotmarkt. Die Bedingungen eines Termingeschäftes (Preis, Menge, Fälligkeit) werden zum Handelszeitpunkt festgelegt, die Erfüllung (Lieferung, Bezahlung) erfolgt jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das heißt, dass zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses weder der Verkäufer die gehandelten Güter noch der Käufer die liquiden Mittel besitzen muss. Wer an diesem Markt aktiv ist, möchte sich in der Regel vor Preisrisiken absichern

Trading & Operation Cockpit
Das Trading & Operation Cockpit (TOC) ist die CLENS-Handelsabteilung. Es besteht aus drei Elementen: Analyseteam, Portfoliomanagement und dem 24/7-Handelsteam.
Das Analyseteam prognostiziert die Erzeugungsmengen und den Verbrauch der Kunden, bereitet Marktdaten auf und zeigt Optimierungspotenziale auf. Das Portfoliomanagement verantwortet alle Liefer-, Beschaffungs- und Vermarktungsportfolien der CLENS und kümmert sich um die langfristigen Handelsgeschäfte. Das 24/7-Handelsteam hat rund um die Uhr die Entwicklungen am Markt im Blick, um die optimalen Optionen für eine kurzfristige Vermarktung bzw. Beschaffung zu erkennen und umzusetzen.

U

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB)
Übertragungsnetzbetreiber sind Dienstleistungsunternehmen, die die Infrastruktur und Funktion der überregionalen Stromnetze verantworten und Stromerzeugern und Händlern einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Netzen gewähren. Darüber hinaus haben die ÜNB den Auftrag, bei Bedarf Regelleistung zu beschaffen um Netzschwankungen möglichst geringe zu halten.

Verantwortlich für die überregionalen Stromnetze sind in Deutschland die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT TSO und TransnetBW. In Österreich ist es die APG mit Sitz in Wien.

V

Virtuelles Kraftwerk
Das virtuelle Kraftwerk bildet den Kern der dezentralen und flexiblen Stromversorgung. So können steuerbare Bioenergie- und Wasserkraftanlagen, BHKW, Speicher sowie flexible, steuerbare Verbraucher in einem virtuellen Kraftwerk vernetzt und ihre Flexibilität so zentral gesteuert und vermarktet werden.

Volatilität
Bezeichnet Schwankungen um einen Mittelwert während eines bestimmten Zeitraums. So werden Sonnen- und Windenergie als volatile Energiequellen bezeichnet, da sie je nach Wetterlage nur schwankend zur Verfügung stehen.

W

Wasserkraft
Wasserkraft ist ein erneuerbarer Energieträger zur Stromerzeugung. Hierbei wird die Bewegungsenergie des Wassers (Strömung) mittels Turbinen in Wasserkraftwerken in elektrische Energie umgewandelt.

Windenergie
Windenergie ist eine erneuerbare Energiequelle zur Stromerzeugung. Hierbei wird die Bewegungsenergie des Windes mittels Windenergieanlagen (Windrädern) in elektrische Energie umgewandelt.